Inhalt: Info :Frauenbewegung+++Feministin++++Nobelpreisträgerinnen
Frauenbewegung:
Frauen-Rechte- Kurzinfodaten
1848 Hauptforderungen der bürgerlichen Revolution: Berufsfreiheit, Wahlrecht für Frauen, Bildung und soziales Wirken
1857/58 New Yorker Arbeiterinnen demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen
1865 gründet Louise Otto-Peters den Allgemeinen Deutschen Frauenverein
1876 ruft Hedwig Dohm zur Gründung von Frauenstimmrechtsvereinen auf
1884 Brockhaus: "In Deutschland findet das Frauenstimmrecht außerhalb gewisser sozialdemokratischer Kreise bei den praktischen Politikern wie bei Vertretern der Wissenschaft kaum irgend welche Befürwortung."
1891 Erfurther Programm der SPD enthält Frauenwahlrecht und privatrechtliche Gleichstellung der Geschlechter
1895 SPD im Reichstag bringt Gesetzentwurf für Frauenwahlrecht ein(abgelehnt)
1900 schreibt Paul Möbius "über den physiologischen Schwachsinn der Frauen"
Frauen(Kinder und Schwachsinnige) dürfen nicht an politischen Versammlungen teilnehmen
1900 erstmals Frauen an der Olympiade (sechs Frauen)
1901 erste Studentinnen
1903 erstmals Nobelpreis f�r eine Frau (Marie Curie)
1903 SPD Parteitag beschlie�t: in allen Wahlk�mpfen Frauenwahlrecht zu betonen
1905 Frauenwahlrecht in Finnland
1908 Frauenwahlrecht in D�nemark
1909 erste Frau unternimmt mit einem Doppeldecker Alleinflug (Elise de Laroche)
1910 Zweite sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen- hier wird die Idee des Internationalen Frauentages geboren
1911 Erster Internationaler Frauentag . Motto: "Her mit dem Frauenwahlrecht"
1912 singen die streikenden Textilarbeiterinnen in Lawrence: We want bread and roses, too.
1913 Ru�land Tschechoslowakei schlie�en sich an
1917 am 8.M�rz streiken Petersburger Textilarbeiterinnen
1918 (12.Nov.) erhielten die Frauen endlich das Wahlrecht
1919 (19.Jan.) aktives und passives Wahlrecht f�r alle Staatsangeh�rigen ab 20. Lebensjahr bei Wahl der Nationalversammlung
1919 Marie Juchacz / SPD stellt fest: Das ist das erste Mal, da� in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen darf.
1919 wird das Z�libatsgebot f�r Lehrerinnen aufgehoben
1920 d�rfen sich auch Frauen habilitieren
1921 Frauen aus 4 L�ndern protestieren mit einer Frauen-Olympiade
1932 Frauentag wird nicht mehr begangen(verboten)
1949 wird die Gleichberechtigung im Grundgesetz verankert Art.3: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. M�nner und Frauen sind gleichberechtigt."
1957 im Art.119 des EWG Vertrages wird der Grundstein f�r die Gleichberechtigung in Europa gelegt.
1975 Internationales Jahr der Frau
1980 EG Anpassungsgesetz tritt in der BRD in Kraft, das die Gleichbehandlung von Frauen und M�nnern am Arbeitsplatz regelt.
1985 ratifiziert die BRD die UN Vereinbarung zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau.
1990 Das mittelfristige Aktionsprogramm der EG zur F�rderung der Chancengleichheit f�r Frauen und M�nner beschlossen.
1994 FrauenStreiktag
1995 Weltfrauenkonferenz und NGO-Forum in China
1996 Gleichstellungsgesetz im Bund
1996 Gleichstellungsgesetz in Bayern
1997 Motto des Int. Frauentages: "Nicht auf unserem R�cken"
1998 Motto des Int. Frauentages: "So wollen Frauen leben! Gleich bezahlt, selbstbestimmt, sozial abgesichert, gleichberechtigt"
In der Bundesrepublik war der Internationale Frauentag in den 60er Jahren weitgehend in Vergessenheit geraten.
Erst die demokratische Frauenbewegung, die Gewerkschaften und der Feminismus haben den 8.M�rz wieder belebt.
Alice Schwarzer
Simone de Beauvoir
Die Leitfigur der neuen Frauenbewegung
Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung betrachten Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir als die Fundamente aller Werte. Sie gehen davon aus, dass der Einzelne sich erst durch seine Handlungen definiert; es komme darauf an, sich zu entscheiden, ohne sich hinter Traditionen und Religionen, Doktrinen und Ideologien zu verstecken -- auch wenn die Verdammung zur Freiheit Angst hervorrufe. "Mein wichtigstes Werk ist mein Leben", sagt Simone de Beauvoir. Mit dieser Philosophie -- dem Existenzialismus -- treffen sie den Nerv der Nachkriegszeit. 1949 publiziert Simone de Beauvoir "Das andere Geschlecht". In dem Buch untersucht sie das Bild der Frau in der Biologie, in der Psychoanalyse und im historischen Materialismus, beschreibt die tats�chlichen Lebensbedingungen der Frau im Verlauf der Geschichte, setzt sich mit Mythen �ber das Wesen der Frau auseinander und besch�ftigt sich mit aktuellen Frauenrollen, mit den Besonderheiten verschiedener Lebensphasen und der weiblichen Sexualit�t. Das Buch l�st eine ebenso heftige wie kontroverse Diskussion aus. Auch die Frauenbewegung, die sich 1970 in Frankreich formiert, argumentiert mit Simone de Beauvoirs Thesen. Aber vom Feminismus l�sst sich Simone de Beauvoir ebensowenig wie von anderen Bewegungen vereinnahmen.
Ich hielt mich nicht f�r eine 'Frau', ich war ich."
Mein wichtigstes Werk ist mein Leben" (Simone de Beauvoir
Simone de Beauvoir. Rebellin und Wegbereiterin".
Beauvoirs umfassendes theoretisches Werk "Das andere Geschlecht", erschienen 1949, pr�gt bis heute das Denken auch derer, die sich dessen gar nicht bewu�t sind. Das Buch ver�nderte das Leben von Millionen Frauen, ja die Welt, es ist das Fundament, auf dem die neuen Frauenbewegungen stehen. Ohne dieses Buch h�tten sich die Feministinnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts m�hsam Schritt f�r Schritt erobern m�ssen, was diese eine Pionierin in Siebenmeilenstiefeln abgemessen hat.Daten unter Feminismus -Links
Clara Zetkin
Eine der wichtigsten Bef�rworterinnen eines Frauentages war die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933). Sie setzte sich ein f�r einen Achtstundentag, gleichen Lohn f�r gleiche Arbeit, Urlaub f�r Schwangere sowie die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz. Dabei mu�te sie sich auch gegen Teile der ArbeiterInnenbewegung durchsetzen, die in der Arbeit von Frauen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in erster Linie eine Bedrohung f�r die Besch�ftigung der M�nner sahen.
1920 schlug Clara Zetkin �Richtlinien f�r die Kommunistische Frauenbewegung� vor. Diese verpflichteten u. a. s�mtliche kommunistischen Parteien zur Schaffung von spezifischen Organisationsformen f�r die proletarische Frauenbewegung. Trotz aller Anstrengungen wurden diese Richtlinien in der Praxis kaum durchgesetzt. Dies hing zum einen mit den patriarchalen Strukturen und der Dominanz der M�nner innerhalb der kommunistischen Parteien zusammen; zum andern aber mit der grossen Weltwirtschaftkrise der 30er Jahre und der in diesem Zusammenhang sich etablierenden faschistischen Gefahr, so das die Dringlichkeit existenzieller Probleme spezifische Frauenanliegen immer mehr an den Rand dr�ngte.Um 1900 gingen mutige Frauen erstmals f�r ihre Rechte auf die Stra�e. Sie organisierten Versammlungen, um gegen die Ausbeutung, f�r ein Recht auf Mitbestimmung und gleichen Lohn zu k�mpfen.
Erst 1918 setzte die sozialistische Partei das Wahlrecht f�r Frauen durch.
In den 60er Jahren gingen die Frauen wieder auf die Stra�e. Sie forderten Gleichberechtigung, sexuelle Befreiung, einen straffreien Schwangerschaftsabbruch und gleichen Lohn f�r gleiche Arbeit.
Der Internationale Frauentag ist seit M�rz 1911 inzwischen zu einer Institution geworden - als Gedenktag f�r das, was Frauen erreicht haben
Lied aus dem Jahr 1912, entstanden bei einem
Streik von 14 000 TextilarbeiterInnen gegen
Hungerl�hne und Kinderarbeit in Lawrence, USA.
"Brot und Rosen!" - Diese Worte wurden zum Motto
der amerikanischen Frauenbewegung.
Der Weg ins 20. Jahrhundert
Clara Zetkin, Lily Braun, Rosa Luxemburg
Das 1879 erschienene Buch "Die Frau und der Sozialismus", das �ber 60 Auflagen erlebte, sollte zu einem der bekanntesten Werke der sozialistischen Literatur werden. Sein Autor, der wohl bedeutendste sozialdemokratische Politiker der Kaiserzeit, August Bebel, hatte damit der Frauenfrage innerhalb der Arbeiterbewegung eine Aktualit�t zugewiesen, die sie nicht mehr verlieren sollte.1891 auf dem Erfurter Parteitag, dem ersten nach dem Fall der Sozialistengesetze 1890, wurden die Forderungen nach aktivem und passivem Wahlrecht "ohne Unterschied des Geschlechts" sowie nach Aufhebung aller Gesetze, die Frauen gegen�ber den M�nnern benachteiligten, im Programm der SPD festgeschrieben.
Zum Motor der sozialdemokratischen, sp�ter auch der internationalen sozialistischen Frauenbewegung wurde Clara Zetkin (1857-1933). In dem von ihr 1892-1917 redigierten programmatisch-theoretischen Organ der Frauen in der SPD "Die Gleichheit" publizierte sie jene Ideen, die sich zu der zentralen Forderung der sozialdemokratischen Frauenbewegung verdichtete: volle politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichstellung der Frau. Allerdings war in ihren Augen die Frauenfrage eine �konomische Frage und vom Ausgang des Klassenkampfes, den M�nner und Frauen aus der SPD heraus zu f�hren hatten, abh�ngig. Deshalb hat sie ein B�ndnis mit der b�rgerlichen Frauenbewegung immer konsequent abgelehnt. Zeit ihres Lebens galt ihr Hauptinteresse der Frauenproblematik. Sie geh�rte zum linken Fl�gel der SPD. Nach deren Spaltung 1917 ging sie zur USPD, dann zur KPD. Obwohl f�r diese von 1920-1933 im Reichstag, 1932 als Alterspr�sidentin, widmete sie sich gegen Ende ihres Lebens haupts�chlich von Moskau aus ihrer T�tigkeit als internationale Frauensekret�rin und Mitglied des Exekutivkomitees der Komintern.
Lily Braun (1865-1916), aus adligem Hause, wurde in der radikalen Berliner Frauenrechtsbewegung aktiv, sympathisierte aber mit der SPD, der sie schlie�lich beitrat. Zusammen mit ihrem zweiten Mann, dem Sozialdemokraten Heinrich Braun, schlo� sie sich den Revisionisten an. Zentraler Punkt in ihrem Leben war die Besch�ftigung mit der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und geistigen Situation der Frau. Ihr galt auch ihre reiche publizistische T�tigkeit. Zuerst von Clara Zetkin in die Redaktion der "Gleichheit" geholt, k�hlte das Verh�ltnis ab, als Lily Braun Eigeninitiative in der von Clara Zetkin dominierten Berliner sozialdemokratischen Frauengruppe entwickelte, schlug in offene Feindschaft um, als sie f�r eine Kooperation mit der b�rgerlichen Frauenbewegung pl�dierte und es zum Kampf um die Richtung und damit die Macht kam, in dem sie schlie�lich unterlag. Letztlich war Lily Braun nicht bereit, ihre Pers�nlichkeit zugunsten einer Parteidoktrin aufzugeben. Bis zu ihrem Tode blieb sie in der SPD, wurde aber nicht mehr aktiv.
Rosa Luxemburg (1871-1919), die feinsinnige intellektuelle Theoretikerin, von Hause aus polnische J�din, engagierte sich schon fr�h im polnischen Widerstand gegen das Zarenregime. 1888 flog sie ins Exil nach Z�rich, wo sie National�konomie studierte und mit der Promotion abschlo�. Zusammen mit weiteren polnischen Gesinnungsgenossen war sie Mitbegr�nderin der Sozialdemokratie des K�nigreiches Polen und Litauen. 1897 durch Scheinehe zur Deutschen geworden, ging sie nach Deutschland und engagierte sich sofort auf dem linken Fl�gel der SPD, wo sie bald August Bebel auffiel. In den Diskussionen um Revisionismus und Massenstreik erwarb sie sich einen Ruf als engagierte Politikerin. Ihre politische Potenz war f�r das Kaiserreich Grund genug, sie w�hrend fast der gesamten Dauer des Ersten Weltkrieges in Haft zu halten. In ihren erhaltenen Briefen aus dem Gef�ngnis zeigte sich ein poetischer, lyrisch veranlagter Mensch mit tiefem Empfinden. Durch den Zusammenbruch des Kaiserreiches wieder frei, eilte sie in der �berzeugung nach Berlin, dort eine revolution�re Situation anzutreffen, die in eine tats�chliche Revolution �berf�hrt werden k�nne. Ihre Tragik war, da� es ihr und ihren Freunden nicht gelang, eine wirkliche revolution�re Massenbasis zu finden. Am 19.1.1919 wurden sie und Karl Liebknecht von Freicorpssoldaten in Berlin verhaftet, ermordet und ihre Leiche in den Landwehrkanal geworfen. Aktiv in der sozialdemokratischen Frauenbewegung mitgearbeitet hat Rosa Luxemburg nicht. Die Frage der Emanzipation der Frau war f�r sie pers�nlich sicher kein zentrales Thema. Mit ihrem scharfen Intellekt hatte sie sich einen gleichberechtigten Platz in der M�nnerwelt der damaligen Sozialdemokratie errungen. Auf sie schaute man als Frau nicht herab, mit ihr diskutierte man.
Damit war der Weg f�r eine sozialdemokratische Frauenbewegung frei. In ihr standen Frauen wie Clara Zetkin oder Lily Braun, um nur zwei unter den vielen bedeutenden Frauen zu nennen. Nicht aber Rosa Luxemburg, die aus eigenen Kr�ften zu dem wurde, was sie war, einer emanzipierten Frau. Gemeinsam ist diesen Frauen, da� sie ihre entscheidenden Erfahrungen im ausgehenden 19. Jahrhundert gemacht hatten. Ihre Umsetzung in praktische Politik reicht zum Teil weit in das 20. Jahrhundert hinein.
weitere bedeutende Frauen:
Gertrud B�umer
Sie stritt f�r die Gleichberechtigung
Susan Brownell Anthony
Eine K�mpferin f�r das Frauenwahlrecht
Hedwig Dohm
Die fr�he Radikale aus Deutschland
Helene Lange
Der Kopf der deutschen Frauenbewegung
Nobelpreis Physiologie
oder Medizin
1947 - Gerty Therese Cori
1977 - Rosalyn Sussman Yalow
1983 - Barbara McClintock
1986 - Rita Levi-Montalcini
1988 - Gertrude Elion
1995 - Christiane Nusslein-Volhard
2004 - Linda B. BuckNobelpreis Chemie
1911 - Marie Curie
1935 - Irene Joliot-Curie
1964 - Dorothy Crowfoot HodgkinNobelpreis Physik
1903 - Marie Curie
1963 - Maria Goeppert-MayerNobelpreis Frieden
1905 - Berta von Suttner
1931 - Jane Addams
1946 - Emily Greene Balch
1976 - Betty Williams
1976 - Mairead Corrigan
1979 - Mutter Teresa
1982 - Alva Myrdal
1991 - Aung San Suu Kyi
1992 - Rigoberta Menchu Tum
1997 - Jody Williams
2003 - Schirin Ebadi
2004 - Wangari MaathaiNobelpreis Literatur
1909 - Selma Lagerl�f
1926 - Grazia Deledda
1928 - Sigrid Undset
1938 - Pearl S. Buck
1945 - Gabriela Mistral
1966 - Nelly Sachs
1991 - Nadine Gordimer
1993 - Toni Morrison
1996 - Wislawa Szymborska
2004 - Elfriede Jelinek